Kostenlose Gesundheitsversorgung für abgelegene Gebiete Madagaskars

ernen Sie Gisèle kennen, eine Hebamme an vorderster Front im ländlichen Madagaskar
Gisèle ist 29 Jahre alt und arbeitet seit fünf Jahren als Hebamme und Ernährungsberaterin in einer staatlichen Grundversorgungseinrichtung (CSB) in Bevaho, Madagaskar. Die verheiratete Mutter eines Kindes unterstützt täglich Frauen und Kinder in einer der abgelegensten ländlichen Gemeinschaften im Südosten Madagaskars.
In dieser abgelegenen Region sind die Dörfer durch grosse Entfernungen und schlechte Strassen voneinander getrennt. Der Zugang zu medizinischer Versorgung kann hier über Leben und Tod entscheiden. Lange Zeit war die Arbeit in der CSB eine echte Herausforderung.
«Eine der grössten Herausforderungen war die Evakuierung von betroffenen Menschen. Bevaho ist weit vom nächsten Spital entfernt, und der Transport ist schwierig und teuer. Wenn eine Frau operiert werden musste, hatte sie oft nicht die Mittel, um den Transport zu bezahlen. Einige sagten uns sogar: ‹Lasst mich hier sterben, ich habe kein Geld, um ins Spital zu gehen.›»
Für Gisèle waren diese Worte niederschmetternd. Sie wusste, dass es zwar Behandlungsmöglichkeiten gab, diese aber einfach unerreichbar waren.
Auch die Versorgung unterernährter Kinder war nur begrenzt möglich. Das CSB konnte nur mittelschwere Fälle behandeln. Kinder mit schwerer Unterernährung mussten an das CRENI in Midongy überwiesen werden – ein spezialisiertes stationäres Ernährungszentrum, das mehrere Stunden entfernt lag. Eine Reise, die für die ohnehin schon sehr armen Familien oft unmöglich war. «Die Eltern hatten nicht genug zu essen und konnten sich die Reise nicht leisten. Doch das Kind war schwach, untergewichtig und benötigte dringend Hilfe.»
Es gab auch einen gravierenden Mangel an Ausrüstung und Medikamenten. Die Familien mussten die Behandlungen selbst bezahlen, was sich viele nicht leisten konnten. «Manche Menschen kamen gar nicht erst zum CSB, weil sie die Behandlung nicht bezahlen konnten. Es gab Todesfälle, die wir nicht verhindern konnten.» Die Mitarbeitenden des Gesundheitszentrums taten alles, was sie konnten, aber ohne Ressourcen waren ihnen die Hände gebunden.
Heute hat sich die Situation geändert. Durch das von Medair umgesetzte Projekt «Tanan-kavana ho an'ny Fahasalamana» (TKF) erhält das CSB in Bevaho nun umfassende Unterstützung, um hochwertige und lebensrettende Versorgung anzubieten.
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«Bei Komplikationen während der Geburt verlegen wir die Frauen nach Vangaindrano, dem nächstgelegenen Bezirksspital, und Medair übernimmt die Kosten für den Transport, den Eingriff und sogar für die begleitenden Familienangehörigen.» Was einst unmöglich schien, ist heute Routine. Frauen, die früher zu Hause geblieben wären, können nun rechtzeitig operiert werden.
«Auch das Problem der schwer unterernährten Kinder wurde gelöst: Diejenigen, die an das CRENI in Midongy überwiesen werden, erhalten nun medizinische Versorgung, ohne dass ihre Familien die finanziellen Belastungen tragen müssen.» Das CSB hat auch wichtige Ausrüstung erhalten: Entbindungstische und -sets, Equipment zur Wiederbelebung von Neugeborenen und sogar Fahrräder für Impfkampagnen.

«Früher hatten wir keine Entbindungstische. Jetzt verfügen wir über die notwendige Ausrüstung, um unsere Arbeit ordnungsgemäss auszuführen.» Für Gisèle und ihre Kollegen hat diese Unterstützung ihre tägliche Arbeit verändert. «Als Mitarbeiter des CSB sind wir sehr zufrieden, weil wir jetzt Leben retten können. Vielen Dank an Medair für all die Unterstützung.»
An einem Ort, an dem Entfernung und Armut einst Menschenleben kosteten, schenkt der Zugang zu kostenloser Gesundheitsversorgung den Familien neue Hoffnung.
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Über das TKF-Projekt:
Das Projekt «Tanan-kavana ho an'ny Fahasalamana» (TKF) reduziert die Krankheitsrate und überhöhte Sterblichkeit unter schutzbedürftigen Gemeinschaften, die in abgelegenen ländlichen Gebieten im Südosten Madagaskars leben. Es wird von Medair in Bevaho, Mahatsinjo, Anandravy, Antokonala und Ivato umgesetzt und bietet kostenlose Gesundheitsversorgung, insbesondere für Mütter und Kinder. Das Projekt wird von der Europäischen Union kofinanziert und läuft von Mai 2025 bis Juli 2026 (HIP25).
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